Zähneputzen beim Kleinkind – 10 Tipps für den abendlichen Erfolg

Das tägliche Zähneputzen beim Kleinkind ist oftmals eine große Herausforderung, die nicht selten in einem ausgewachsenen Machtkampf endet. Als Eltern sehen wir unsere Verantwortung

Zähneputzen beim Kleinkind - 10 Tipps wie es erfolgreich funktioniert

Zähneputzen beim Kleinkind – Mutter und Tochter putzen sich gemeinsam die Zähne

darin, unser Kind vor Schmerzen zu bewahren. Wir haben den besseren Überblick und wissen, wie wichtig die richtige Zahnpflege ist. Wir möchten natürlich verhindern, dass unser Kind Probleme mit seinen Zähnen bekommt. Die ärztliche Empfehlung zur richtigen Zahnpflege lautet: Mit dem ersten Zahn des Babys sollen die Zähne zwei Mal täglich geputzt werden.1 Was zu Beginn vielleicht auch noch einigermaßen klappt, kann sich im Umgang mit einem Kleinkind zu einem täglichen Kampf entwickeln. Doch ist es das wirklich wert und was gibt es für Möglichkeiten, um diesen Machtkampf zu vermeiden?

Bitte keine Gewalt anwenden, wenn es um das Zähneputzen geht!

Zunächst sollte uns Eltern bewusst sein, dass es die Bindung definitiv nicht stärkt, wenn wir unser Kind zum Zähne putzen zwingen. Festhalten, Mund mit Gewalt öffnen und Zahnbürste reinpressen ist nicht ok und schwächt definitiv die Eltern-Kind-Beziehung! Dabei wird nicht nur das Vertrauen in dich als wichtigste Bezugsperson zerstört, sondern gleichzeitig auch das körperliche Selbstbestimmungsrecht deines Kindes massiv beeinträchtigt. Wir Eltern wünschen uns doch alle das Gleiche: eine liebevolle, vertrauensvolle und gute Beziehung zu unseren Kindern. Mit Gewalt erreichen wir das aber definitiv nicht!

Doch nun sagen sicherlich einige von euch: „Mein Kind kann doch noch gar nicht überblicken, was es bedeutet, sich nicht regelmäßig die Zähne zu putzen“ oder „Ich will nicht, dass er/sie Karies an den Milchzähnen bekommt.“ Diese Argumente empfinde ich als völlig nachvollziehbar und auch ich bin jeden Abend froh, wenn wir das Zähneputzen hinter uns gebracht haben. Natürlich machen wir uns Sorgen, wenn es um die Zahngesundheit unseres Kindes geht. Wir wissen – teilweise aus eigener, schmerzlicher Erfahrung – was es heißt, beim Zahnarzt zu sitzen und behandelt zu werden. Und dennoch sollte das tägliche Zähneputzen beim Kleinkind nicht zu einem Machtkampf ausarten. Letztendlich tragen wir als Eltern die Verantwortung dafür, wie sich das Ganze gestaltet.

Außerdem sollte uns zudem immer bewusst sein, das ein Kleinkind nicht in der Lage ist, etwas zu überblicken, was in der Zukunft liegt. Kinder leben im Hier und Jetzt, sie sind zu folgendem Gedankengang noch nicht fähig: „Wenn ich mir regelmäßig die Zähne putze, dann verhindere ich, dass ich in einem Jahr Karies bekomme.“ Wenn uns das bewusst ist, dann wird auch klar, dass es für ein Kind wenig Sinn macht, sich täglich zwei Mal die Zähne zu putzen – ganz besonders, wenn sie das Prozedere als unangenehm und grenzüberschreitend empfinden.

10 Tipps für das erfolgreiche Zähneputzen beim Kleinkind

Doch wie kannst du das tägliche Zähneputzen beim Kleinkind nun gestalten, damit es nicht in einen Kampf ausartet und es aber dennoch funktioniert? Ich möchte dir nun 10 Tipps geben, wie ihr das hinbekommen könnt ohne eure Beziehung zu gefährden. Das wichtigste jedoch vorweg: Entspanne dich in Bezug auf das Thema! Nimm es locker und sei bereit, verschiedenes auszuprobieren! Und vor allem: Hab Spaß mit deinem Kind!

Zähneputzen beim Kleinkind - Sei kreativ und einfallsreich

Zähneputzen beim Kleinkind – Gegenseitiges Putzen macht das Ganze gleich viel interessanter

  1. Wer sagt eigentlich, dass man nur im Bad die Zähne putzen kann? Probiert neue spannende Orte aus, beispielsweise im Bett, auf der Couch oder in der Küche! Frag dein Kind, wo es gerne die Zähne putzen möchte.
  2. Erzähle eine lustige Geschichte rund um das Zähneputzen! „Wir schrubben jetzt all die fiesen Bakterien-Schurken weg! Oh, da seh ich noch den Findus, das ist der Oberschurke..!“ Sei kreativ und lustig dabei!
  3. Putz dir selbst die Zähne vor dem Kind. Häufig ist es so, dass die Kinder uns Eltern nie die Zähne putzen sehen, weil wir es morgens vor und abends nach ihnen tun.
  4. Putzt euch gegenseitig die Zähne!
  5. Putzt mit zwei Zahnbürsten, eine bekommt dein Kind und die andere nimmst du und dann schrubbt ihr gleichzeitig!
  6. Lass dein Kind die Zahnbürste selbst aussuchen beim nächsten Einkauf!
  7. Probiert unterschiedliche Zahnpasta aus. Häufig liegt es tatsächlich am Geschmack, dass das Kind nicht die Zähne putzen möchte.
  8. Vielleicht mag dein Kind während des Putzens in einem Buch blättern?
  9. Die elektrische Zahnbürste kann ebenfalls vieles entspannen. Viele Kinder haben diese schon häufig bei Mama oder Papa im Gebrauch gesehen und wollen sie auch gern ausprobieren. Manche haben zunächst Stress vor dem lauten Brumm-Geräusch der Zahnbürste, hier kann es helfen, das Kind zunächst mit der Bürste spielen zu lassen, es könnte zum Beispiel der Puppe oder dem Teddy die Zähne putzen.
  10. Lass dir von deinem Kind zeigen, wo du als nächstes putzen sollst. Dein Kind zeigt auf die Stelle und dann schrubbst du dort.

Habt Spaß und seid kreativ!

Es lassen sich sicherlich noch viele, viele weitere Punkte finden, um das tägliche Zähneputzen aufzulockern und mit Spaß zu gestalten.

Sei einfach kreativ, nimm den Druck raus und entspanne dich. Denn: Bist du entspannt, dann ist es auch dein Kind. Wenn es merkt, dass du dich innerlich versteifst und genervt bist, dann wird dein Schatz dich sehr wahrscheinlich spiegeln und genau so reagieren. Trete in Beziehung zu deinem Kind und nehmt euch Zeit für das Zähneputzen. Und wenn es doch mal so gar nicht klappen möchte? Dann putzt ihr morgen wieder! Wenn du den Druck ganz raus nimmst, wird dein Kind auch wieder kooperieren!

Mein Sohn hatte übrigens vor kurzem auch solch eine Phase: Er hielt sich den Mund zu und drehte sich immer wieder weg von mir. Ich habe ihm dann zwei Abende nicht die Zähne geputzt und am dritten Abend haben wir ihn dann auf die Fensterbank im Kinderzimmer gestellt. Er bekam die Fernbedienung vom Auto in die Hand gedrückt und dürfte damit auf- und zuschließen. Beim Aufschließen gehen an dem Wagen automatisch die Lichter vorne an. Das fand er so spannend, dass er sich ohne Probleme die Zähne putzen ließ. Das hat dann die nächsten drei Abende auch noch funktioniert … Und dann nicht mehr! Momentan putzen wir mit zwei Bürsten gleichzeitig. Auch das findet er gerade ganz toll und ich bin gespannt, wie lange es hält.

Bleibt flexibel im Umgang mit euren Kindern – nicht nur beim Zähneputzen ☺️

Alles Liebe, eure Kira!

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Quellen

  1. Internationale Praxis für Kinderzahnheilkunde und Kieferorthopädie: Zähne putzen – aber richtig!
Kira.Schlesinger

Über den Autor

Kira Schlesinger ist Sozialpädagogin und Mutter. Sie interessiert sich insbesondere für bedürfnisorientierte Erziehung und hat sich intensiv in diesem Bereich weitergebildet. Eines ihrer Kernanliegen ist es (werdende) Eltern im sicheren Umgang mit ihren Kindern zu unterstützen. Ausbildungen zur Trage- und Stillberaterin, zahlreiche Fortbildungen im Coaching Bereich und ihr Erfahrungsschatz bilden die Grundlage für realitätsnahe und alltags orientierte Beratung...mehr

Kira.Schlesinger

Über uns Kira.Schlesinger

Kira Schlesinger ist Sozialpädagogin und Mutter. Sie interessiert sich insbesondere für bedürfnisorientierte Erziehung und hat sich intensiv in diesem Bereich weitergebildet. Eines ihrer Kernanliegen ist es (werdende) Eltern im sicheren Umgang mit ihren Kindern zu unterstützen. Ausbildungen zur Trage- und Stillberaterin, zahlreiche Fortbildungen im Coaching Bereich und ihr Erfahrungsschatz bilden die Grundlage für realitätsnahe und alltags orientierte Beratung...mehr

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