Fünf Tipps zum Hand geben in Gefahrenbereichen

Hand geben in Gefahrenbereichen – Wie bringe ich mein Kind dazu, ohne Gewalt anzuwenden? – Der neue Artikel aus der Rubrik „Kurz gefragt“. Ich danke euch für die zahlreichen Zusendungen eurer Themenwünsche und bitte euch daher um etwas Geduld, ich bemühe mich so viele Fragen wie möglich zu beantworten! Hast du auch eine Frage, die ich in der Rubrik „Kurz gefragt“ in einem ausführlichen Artikel beantworten soll? Dann reiche hier deinen Wunsch ein!

Meine kleine Tochter, 20 Monate, will mir des öfteren die Hand nicht geben. Ich lasse sie ja gerne alleine laufen und die Welt entdecken, aber es gibt Situationen, wo das meiner Meinung nach nicht geht, zB auf Parkplätzen, neben stark befahrenen Straßen oder beim Überqueren der Straße. Wie würdest du an die Situation herangehen? Ich will ihre Hand nicht mit Gewalt festhalten müssen.

Hand geben in Gefahrenbereichen - Manchmal erfordert es Kreativität

Hand geben in Gefahrenbereichen – An befahrenen Straßen soll unser Kind bei uns bleiben. Das geht auch ohne Gewalt!1

Immer wieder kommen wir aufgrund des heutigen Straßenverkehrs in gefährliche Situationen. Kleine Kinder sind natürlich noch nicht in der Lage, diese zu überblicken. Das bedeutet, dass wir Eltern die Verantwortung übernehmen müssen und unsere Kinder schützen sollten. Die oben beschriebenen Situationen sind an sich zunächst nicht grundsätzlich gefährlich. Letztendlich kommt es immer auch auf das Kind an. Mein Sohn war immer sehr verständig und hat sich sehr an mir orientiert. Bei ihm war es nicht grundsätzlich nötig, ihn an die Hand zu nehmen,weil er bei mir geblieben ist. Dennoch gab es immer wieder Situationen,in denen er mir die Hand geben sollte, damit ich ihn zur Not schnell greifen kann. Besonders Parkplätze sind nicht ungefährlich, da viele Autofahrer die kleinen Kinder schlichtweg nicht sehen, wenn sie aus ihrer Parklücke zurücksetzen. Im Folgenden habe ich fünf Tipps zum Thema Hand geben in Gefahrenbereichen.

Fünf Tipps zum Hand geben in Gefahrenbereichen

  1. Ganz wichtig: Sich selbst entspannen. Unsere Sorge und Angst, dass etwas passieren könnte, überträgt sich schnell auf das Kind. Das kann dazu führen, dass es erst recht tut, was es nicht soll – es entfernt sich von uns und macht ein spannendes Fang-mich-doch-Spiel daraus.
  2. Klar sein: „Ich weiß, du möchtest gerne alleine laufen. Hier ist eine stark befahrene Straße. Ich will, dass du – bis wir auf der anderen Straßenseite sind – an meiner Hand bleibst. Danach kannst du wieder alleine laufen.“ Oder: „Hier auf dem Parkplatz fahren die Autos oft plötzlich rückwärts aus den Parklücken. Ich habe Angst, dass dich ein Autofahrer übersehen könnte. Ich will, dass du bis zum Einkaufsladen an meiner Hand bleibst.“ Oder: „Hier an der Straße fahren viele Autos. Ich will, dass du auf dem Bürgersteig läufst. Bleib bei mir und laufe nicht vor.“ (Als Vorschlag, wenn ihr einmal das gemeinsame Laufen ohne Hand geben in Gefahrenbereichen üben möchtet.)
  3. Das Kind wehrt sich und schmeißt sich vor Wut auf den Boden: „Ich weiß, dass du alleine laufen möchtest! Das macht auch viel mehr Spaß und du möchtest so gerne die Gegend erkunden. Ich verstehe dich und höre dich. Die Straße hier ist gerade sehr befahren, darum will ich, dass du an meine Hand kommst. Dort drüben, an dem Baum (oder was auch immer du für einen „Punkt“ vereinbaren willst) kannst du wieder alleine laufen.“
  4. Spaß haben: Ihr könnt ein Wettrennen daraus machen. Wer ist schneller? Oder zusammen an der Hand hüpfen. Ihr könntet auch gemeinsam Blumen am Wegesrand betrachten, oder Pflastersteine zählen. Sei ein bisschen kreativ und einfallsreich. Es gibt verschiedene Wege um von A nach B zu kommen.
  5. Zur Not: Kind auf den Arm nehmen! Sicherheit geht immer vor!

Ich denke, dass das gute Tipps sind, um den Gefahrensituationen im Straßenverkehr so zu begegnen, dass wir keine Gewalt anwenden müssen und unser Kind dennoch bestmöglich schützen. Unsere eigene Klarheit ist in solchen Situationen gefordert. Dazu gehört es auch schon mal, einen Wutanfall zu begleiten,weil das Kind gerade völlig andere Vorstellungen hat als wir. Das Kind befindet sich mit 20 Monaten gerade mitten in der Autonomiephase und möchte möglichst viel alleine machen. Das ist völlig normal und wir sollten dies auch unterstützen, begleiten und vor allen Dingen ermöglichen. Dennoch gibt es eben Situationen, die dein Kind nicht überblicken kann und in denen wir es schützen müssen. Ich finde dennoch auch wichtig, dass wir unserem Kind vertrauen entgegen bringen. Dazu gehört für mich ein Abwägen der Gefährlichkeit der Situation dazu. An welchen Stellen können wir unser Kind vielleicht – unter aufmerksamer Beobachtung natürlich – auch ein Stück alleine laufen lassen und wo ist das nicht möglich? Wenn mein Sohn und ich über einen vollen Parkplatz laufen, dann geht er innen (also näher an den parkenden Autos) und ich schaue immer vor uns in die Autos rein, um bereits vor Erreichen des Autos zu wissen, ob dort jemand drinnen sitzt, der vielleicht plant gleich zurückzusetzen. Das erfordert viel Aufmerksamkeit von mir, aber ermöglicht meinem Sohn das Gefühl, es alleine gemacht zu haben. Dieses Gefühl stärkt unsere Kinder im Selbstbewusstsein und natürlich auch im Umgang mit dem Straßenverkehr.

Das Hand geben in Gefahrenbereichen ist in vielen Familien ein häufiges Thema, welches schnell in einen Kamp ausartet. Wir sind gestresst, weil wir Angst haben, dass etwas passiert und unsere Kinder sind es, weil wir es sind. Das kann letztendlich nur in einem Machtkampf mit Tränen münden. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Druck raus zu nehmen und entweder sehr klar zu sein: „Hier bleibst du an meiner Hand!“ oder aber ins Vertrauen zu gehen und unserem Kind dem Alter entsprechend auch Selbständigkeit zuzutrauen.

Ich wünsche euch beim nächsten Spaziergang viel Spaß und Freude. Seid kreativ und locker 🙂

Alles Liebe, Kira!

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Quellen

Kira.Schlesinger

Über den Autor

Kira Schlesinger ist Sozialpädagogin und Mutter. Sie interessiert sich insbesondere für bedürfnisorientierte Erziehung und hat sich intensiv in diesem Bereich weitergebildet. Eines ihrer Kernanliegen ist es (werdende) Eltern im sicheren Umgang mit ihren Kindern zu unterstützen. Ausbildungen zur Trage- und Stillberaterin, zahlreiche Fortbildungen im Coaching Bereich und ihr Erfahrungsschatz bilden die Grundlage für realitätsnahe und alltags orientierte Beratung...mehr

Kira.Schlesinger

Über uns Kira.Schlesinger

Kira Schlesinger ist Sozialpädagogin und Mutter. Sie interessiert sich insbesondere für bedürfnisorientierte Erziehung und hat sich intensiv in diesem Bereich weitergebildet. Eines ihrer Kernanliegen ist es (werdende) Eltern im sicheren Umgang mit ihren Kindern zu unterstützen. Ausbildungen zur Trage- und Stillberaterin, zahlreiche Fortbildungen im Coaching Bereich und ihr Erfahrungsschatz bilden die Grundlage für realitätsnahe und alltags orientierte Beratung...mehr

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Anja Fankhauser
Gast

Liebe Kira! War gerade auf deiner FB Seite und finde toll was du machst!! Alles Liebe und viel Erfolg weiterhin!

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