Wenn das Kleinkind Fieber hat – Fünf Tipps für mehr Gelassenheit

Es ist wieder so weit: Die Erkältungszeit ist in vollem Gange. Wenn das eigene Kleinkind Fieber hat, es hustet und schnupft, über Halsweh und Ohrenschmerzen klagt, werden wir Eltern schnell nervös. Wir machen uns Sorgen und hoffen, dass unser kleiner Schatz diesen fiesen Infekt schnell übersteht. Die folgende Statistik zeigt, dass Infekte der Atemwege die häufigsten akuten Beschwerden bei Kleinkindern im Alter von null bis sechs Jahren sind. Ärzte weisen darauf hin, dass es völlig normal ist, das Kleinkinder zwischen 8 und 12 Infekten im Jahr haben. Das ändert aber natürlich nichts daran, dass wir dann in Sorge um unser Kind sind und natürlich möchten, dass es schnell wieder gesund wird.

Statistik: In welchen Körperbereichen treten bei Ihrem Kind immer wieder akute Beschwerden auf (abgesehen von chronischen Krankheiten)? | Statista

Statistik: „In welchen Körperbereichen treten bei Ihrem Kind immer wieder akute Beschwerden auf (abgesehen von chronischen Krankheiten)? Infografik von Statista 1

Ich möchte an dieser Stelle zunächst darauf hinweisen, dass es natürlich sehr wichtig ist, auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Wenn es deinem Kind sehr schlecht geht, dann solltest du in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Das ist insbesondere dann nötig, wenn dein Baby unter drei Monaten alt ist und hoch fiebert und stark hustet. Wenn du dich unsicher oder stark beunruhigt fühlst, solltest du dein Kind immer einem Arzt vorstellen2.

Auch uns hat es gerade erwischt: Seit Freitagabend hat mein Kleinkind Fieber. Der kleine Schatz fieberte bisher immer nur Nachts, tagsüber geht es ihm gut. Heute morgen, nach einer etwas unruhigen Nacht, hatte er dann auch Halsweh und Ohrenschmerzen. Natürlich bin auch ich dann besorgt, ich leide mit und möchte meinem Kind die Schmerzen nehmen. Aber letztendlich gehören Infekte wohl zum Leben dazu. Ich finde es wichtig, als Mutter auf den eigenen tiefen Instinkt zu vertrauen, der mir immer genau sagt, ob alles „ok“ ist oder ob wir zum Arzt müssen. Bisher hat mein Kleinkind Fieber und Co immer sehr gut weggesteckt und ich denke, das hat auch mit meiner eigenen Haltung zu tun. Im Folgenden möchte ich euch fünf Tipps an die Hand geben, wie ihr durch den nächsten Infekt kommt, ohne euch vor Sorgen verrückt zu machen.

Erster Tipp: Wenn das Kleinkind Fieber hat – Informiere dich in guten Büchern zur Kinderheilkunde

Wenn das Kleinkind Fieber hat - Angst und Sorge stehen dann im Vordergrund

Wenn das Kleinkind Fieber hat, dann versetzt uns das in Angst und Sorge. Wichtig ist: Ruhe bewahren und dem Kind Zeit, Ruhe und Fürsorge zukommen zu lassen. 3

Um gelassen zu bleiben, sollten wir es vermeiden „Google“ zu befragen. Dies aus einem ganz einfachen Grund: Wir tun uns selbst nicht gut, wenn wir über schlimme Verläufe und andere Schauermärchen lesen. Das schürt die Angst und wenn wir ängstlich sind, können wir keine gute Unterstützung mehr für unser krankes Kind sein. Stattdessen empfehle ich, dir ein gutes Fachbuch zu kaufen, in dem du nachlesen kannst. Sehr empfehlenswert an dieser Stelle: Renz-Polster/Menche/Schäffler: Gesundheit für Kinder4.

Zweiter Tipp: Schlafe, wenn dein Kind schläft

Oftmals sind die Nächte mit krankem Kind eher unruhig. Auch bei uns war die letzte Nacht verbunden mit häufigem Aufstehen, weil der Kleine Durst hatte oder geweint hat. Besonders Nachts brauchen kleine Kinder dann besonders viel Fürsorge, elterliche Liebe und Nähe. Das ist natürlich anstrengend und fordert viel von uns ab. Aus diesem Grund: Schlafe, wenn dein Kind auch schläft. Lass Haushalt Haushalt sein und hole dir, was du an Schlaf brauchst, damit du fit sein kannst für die nächste anstrengende Episode.

Dritter Tipp: Achte auf deine Gesundheit

Wenn unser Kleinkind Fieber und andere Erkältungs-Symptome zeigt, dann vergessen wir häufig uns selbst. Das Kind möchte viel getragen werden und braucht unsere volle Aufmerksamkeit. Doch wenn wir wirklich emotional und körperlich zur Verfügung stehen wollen, dann dürfen wir uns selbst nicht vergessen. Das bedeutet: Sorge für ausgewogene und regelmäßige kleine Mahlzeiten. In solchen Zeiten brauchst du dir nicht den Stress zu machen zwei Mal täglich zu kochen, aber achte darauf, dass du Obst und Säfte zu dir nimmst. Gerade um eine Ansteckung zu vermeiden, ist es wichtig, dass du genügend Nährstoffe und Vitamine zu dir nimmst. Trinke viel Wasser oder Tee, damit du nicht dehydrierst. Sorge dafür, dass du auch in dieser anstrengenden Phase nicht zu kurz kommst, damit du fit bleibst und die Kraft hast, dich um deinen Schatz zu kümmern.

Vierter Tipp: Hole dir Unterstützung

Wenn wir einige Tage hintereinander allein sind mit unserem Kleinkind, das Fieber und Co hat, dann schlaucht das sehr. Es kostet viel Kraft, sich rund um die Uhr um ein krankes Kind zu kümmern. Wenn du jemanden in deinem nahen Umfeld hast, der dich ein paar Stunden unterstützen kann, dann nimm das in Anspruch. Besonders wir Mütter sind ja die meiste Zeit des Tages allein mit unseren Kindern. Wenn die Erkrankung nun nicht gerade glücklicherweise auf ein Wochenende fällt, an dem der Mann zu Hause ist und unterstützen kann, dann fühlen wir uns an irgendeinem Punkt doch überfordert und erschöpft. Wenn also Oma/Opa/Tante/Onkel/Nachbarin oder Freundin für ein oder zwei Stunden vorbei kommen kann und sich ein bisschen um unser krankes Kleinkind kümmert, dann ist das schon eine riesige Hilfe. Nutze die Zeit für dich, gehe duschen oder mal einen Moment an die frische Luft.

Fünfter Tipp: Gib deinem Kind die Zeit, die es zur Genesung braucht

Kleinkind mit Fieber - Besonders bei häufigen Infekten kann das die Mutter stressen, da sie Angst um ihren Job hat

Wenn das Kleinkind Fieber hat – Das ist eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Ein soziales Netzwerk ermöglicht den Eltern, ruhiger und gelassener zu bleiben.5

Viele Mütter (besonders auch die Alleinerziehenden) stehen unter starkem Druck, wenn das Kleinkind Fieber und andere Symptome hat. Die Angst um den Job ist schnell groß, besonders wenn das Kind schon mehrfach krank war. Jedem Elternteil stehen lediglich 10 Krankheitstage (Alleinerziehenden 20 Tage) für das Kind zu6. Wenn diese sich dem Ende zuneigen, dann erzeugt das Druck und Besorgnis. Das ist absolut verständlich und nachvollziehbar. Viele Mütter haben generell große Scheu, diese Krankheitstage zu nutzen. Nicht selten sind Schuldgefühle, sowohl dem Arbeitgeber als auch den Kollegen gegenüber. Zumal viele Arbeitgeber tatsächlich wenig kulant und verständnisvoll in solchen Situationen sind, was den Druck natürlich nochmal erhöht.

Allerdings sollte uns immer bewusst sein, dass es einen Rückfall erzeugen kann, wenn wir unser Kind zu früh wieder zur Tagesmutter oder in den Kindergarten schicken. Das kann wiederum dazu führen, dass das Kind letztendlich länger krank ist, als es gewesen wäre, wenn wir ihm noch einen Tag zu Hause gegönnt hätten. Die folgenden Tipps können in dieser Situation vielleicht hilfreich sein:

  • Kommunikation mit dem Arbeitgeber, damit für alle Beteiligten eine gute Lösung gefunden werden kann.
  • Aufbau eines Netzwerkes im Vorfeld, also bevor du wieder arbeiten gehst (noch in der Zeit des Elterngeld-Bezuges)
    • Oma/Opa/Tante/Onkel/Nachbarin oder Freundin, die im Krankheitsfall die Betreuung übernehmen kann
    • Vernetzung mit anderen (alleinerziehenden) Müttern, die in einer ähnlichen Situation sind und mit denen man sich im Krankheitsfall abwechseln kann (z.B. über Kleinanzeigen oder Facebook-Gruppen)
    • In vielen Städten gibt es auch Leih-Omas bzw. Leih-Opas, die ehrenamtlich die Kinder betreuen 7.

Wenn du dich bereits im Vorfeld darum kümmerst, dann kannst du im Ernstfall auf ein gut funktionierendes Netzwerk zurückgreifen. Das ermöglicht dir wiederum, in der Situation selbst auch ruhiger und gelassener zu bleiben. Das wirkt sich positiv auf dein Kind aus, denn natürlich spürt es deinen Stress und dieser kann sich leicht auf dein Kind übertragen.

Fazit

Wenn dein Kleinkind Fieber hat, dann stellt dich das vor große Herausforderungen. Zum einen ist da die Sorge um dein Kind, zum anderen kommen auch weitere Ängste hinzu, wie beispielsweise um deinen Job. Wichtig ist, dass du dich selbst nicht vergisst und auf deine Bedürfnisse achtest. Mit einer kranken Mama ist deinem Kind nicht geholfen. Gehe sorgsam mit dir um und gehe nicht bis an deine Belastungsgrenze. Ein soziales Netzwerk aufzubauen macht großen Sinn, damit du auch mal Entlastung bekommst und du dich um dich selbst kümmern kannst. Das ist wichtig, damit du die Kraft hast, dich gut um dein Kind zu kümmern. Denn was dein Kind in erster Linie braucht ist: Liebe, Fürsorge, Zeit und Ruhe. Mach dir das immer wieder bewusst und versuche, deine Ängste in Vertrauen umzuwandeln!

Im kostenlosen Ratgeber von Happy Babys erfährst du zudem, wie du auch in stressigen Alltagssituationen mehr Gelassenheit und Ruhe erfahren kannst. Lade ihn dir hier einfach kostenlos runter8.

Alles Liebe, eure Kira!

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Empfohlene Literatur

Quellen

  1. Infografik von Statista. Weitere Statistiken auf de.statista.com
  2.  Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Grippaler Infekt – Eine häufige Erkrankung bei Kindern
  3. Foto von „greenland
  4. Buch-Tipp:Herbert Renz-Polster, Nicole Menche und Arne Schäffler: Gesundheit für Kinder – Kinderkrankheiten verhüten, erkennen, behandeln (2013)
  5. Foto von Gladskikh Tatiana
  6. Weitere Infos: Freistellung von der Arbeit bei Krankheit des Kindes
  7. Leihomas / Leihopas: Aktivpaten/Kinderpaten
  8. Kostenloser Download: Fünf Schritte für weniger Stress und Überforderung im Umgang mit deinem Kind
Kira.Schlesinger

Über den Autor

Kira Schlesinger ist Sozialpädagogin und Mutter. Sie interessiert sich insbesondere für bedürfnisorientierte Erziehung und hat sich intensiv in diesem Bereich weitergebildet. Eines ihrer Kernanliegen ist es (werdende) Eltern im sicheren Umgang mit ihren Kindern zu unterstützen. Ausbildungen zur Trage- und Stillberaterin, zahlreiche Fortbildungen im Coaching Bereich und ihr Erfahrungsschatz bilden die Grundlage für realitätsnahe und alltags orientierte Beratung...mehr

Kira.Schlesinger

Über uns Kira.Schlesinger

Kira Schlesinger ist Sozialpädagogin und Mutter. Sie interessiert sich insbesondere für bedürfnisorientierte Erziehung und hat sich intensiv in diesem Bereich weitergebildet. Eines ihrer Kernanliegen ist es (werdende) Eltern im sicheren Umgang mit ihren Kindern zu unterstützen. Ausbildungen zur Trage- und Stillberaterin, zahlreiche Fortbildungen im Coaching Bereich und ihr Erfahrungsschatz bilden die Grundlage für realitätsnahe und alltags orientierte Beratung...mehr

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