Der internationale Kindertag – Gedanken rund um Gewalt gegen Kinder

Gewalt gegen Kinder, internationale Kindertag

Der internationale Kindertag – Ein guter Tag, sich über die Gewalt gegen Kinder Gedanken zu machen1

Am ersten Juni wird in vielen Ländern der internationale Kindertag gefeiert. Ziel des Kindertages ist es, die Bedürfnisse von Kindern mehr in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Gleichzeitig lese ich heute auf der Seite der Tagesschau, dass die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2015 veröffentlicht wurde. Beim Lesen wird deutlich: „Gewalt gegen Kinder ist Alltag2. Demnach sterben in Deutschland pro Woche im Schnitt drei Kinder durch Gewalt, in den meisten Fällen ausgeübt durch nahe Menschen, wie den Vater, Onkel oder enge Freunde der Familie.

Im Rahmen meiner Bachelor-Thesis habe ich mich damals mit dem Thema Gewalt gegen Kinder und die psychischen Auswirkungen intensiv beschäftigt. Es handelt sich dabei um ein Thema, welches mich sehr bewegt und berührt. Der Tod des Kindes ist dabei natürlich die absolut schrecklichste Folge, die eintreffen kann.

Aber heute ist der internationale Kindertag und wir wollen unseren Blick auf die Bedürfnisse unserer Kinder lenken. Was benötigen sie, damit sie gedeihen und sicher aufwachsen können? Jeder Mensch hat Grundbedürfnisse, wie das nach Nahrung, sauberem Wasser, einem Dach über dem Kopf und Wärme. Hinzu kommt, dass wir zum Überleben dringend die Fürsorge anderer Menschen benötigen, denn (kleine) Kinder können ohne diese nicht überleben.

Wenn ich lese, dass Gewalt gegen Kinder noch immer Alltag ist und dass im Jahr 2015 rund 3900 Kinder die Erfahrung von körperlicher Misshandlung gemacht haben stimmt mich sehr traurig. Kinder haben gemäß BGB §1631 Abs. 23 „ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“

Gewalt hat viele Folgen

Gewalt hat viele verschiedene Formen. Es gibt Kinder, die ein unvorstellbares Ausmaß an Gewalt in ihrer Kindheit durchmachen müssen. Andere durchleben subtilere Formen der Gewalt. Dennoch bleibt es Gewalt gegen das Kind. Es gibt Formen von psychischer Gewalt, die in Bezug auf die Folgen für das Kind kaum denen der körperlichen Gewalt nachstehen. Liebesentzug, eine kalte, manipulierende und emotionslose Umgebung können ebenso verheerend für die kindliche Entwicklung sein, wie der „Klaps auf den Hintern“, der ja angeblich noch keinem geschadet hat.

Warum führe ich das an dieser Stelle aus? Ich möchte aufmerksam darauf machen, was Kinder wirklich brauchen. Der internationale Kindertag ist eine gute Gelegenheit, sich bewusst zu machen, dass Gewalt gegen Kinder immer noch allgegenwärtig ist. Gewalt gegen Kinder kann aber verschiedene (auch sehr subtile) Formen haben und von daher sollten wir wachsam sein für das, was Kinder in unserer näheren Umgebung vielleicht durchmachen.

Mir geht es dabei natürlich absolut nicht darum, andere Familien zu stigmatisieren und ich schätze bei konkreten Verdachtsfällen immer auch das direkte Gespräch. Wir sollten uns aber bewusst machen, dass es eben immer noch Alltag ist und dass es Kinder gibt, die schlimme Erfahrungen durchleben.

Der internationale Kindertag – Bewusstwerdung als erster Schritt zur Veränderung

Der internationale Kindertag dient demnach besonders der Bewusstmachung. Kinder brauchen Liebe, Geborgenheit und Nähe. Wenn es manchen Eltern – aus welchen Gründen auch immer -nicht möglich ist, diese Bedürfnisse zu befriedigen, dann sucht euch bitte Hilfe. Es gibt viele gute Beratungsstellen, die dabei unterstützen können, einen anderen, neuen Weg einzuschlagen. Wichtig ist, dass wir uns bewusst machen, dass etwas schief läuft und dann die Verantwortung dafür übernehmen. Bewusstmachung ist der erste Schritt zur Veränderung und wir tragen die Verantwortung dafür, unseren Kindern diesen Schutz – den sie so sehr benötigen – zu geben.

In diesem Sinne gedenke ich heute allen Kindern, die im letzten Jahr der (häuslichen) Gewalt zum Opfer gefallen sind und diese grausigen Erfahrungen machen mussten.

Eure Kira

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Quellen

Kira.Schlesinger

Über den Autor

Kira Schlesinger ist Sozialpädagogin und Mutter. Sie interessiert sich insbesondere für bedürfnisorientierte Erziehung und hat sich intensiv in diesem Bereich weitergebildet. Eines ihrer Kernanliegen ist es (werdende) Eltern im sicheren Umgang mit ihren Kindern zu unterstützen. Ausbildungen zur Trage- und Stillberaterin, zahlreiche Fortbildungen im Coaching Bereich und ihr Erfahrungsschatz bilden die Grundlage für realitätsnahe und alltags orientierte Beratung...mehr

Kira.Schlesinger

Über uns Kira.Schlesinger

Kira Schlesinger ist Sozialpädagogin und Mutter. Sie interessiert sich insbesondere für bedürfnisorientierte Erziehung und hat sich intensiv in diesem Bereich weitergebildet. Eines ihrer Kernanliegen ist es (werdende) Eltern im sicheren Umgang mit ihren Kindern zu unterstützen. Ausbildungen zur Trage- und Stillberaterin, zahlreiche Fortbildungen im Coaching Bereich und ihr Erfahrungsschatz bilden die Grundlage für realitätsnahe und alltags orientierte Beratung...mehr

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