Fünf Gründe warum Kinder nicht kooperieren

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Kinder haben grundsätzlich den Willen mit uns zu kooperieren – wenn sie es nicht tun, hat dies immer einen guten Grund! 1

Wenn unsere Kinder nicht kooperieren bringt uns das nicht selten an unsere elterliche Belastungsgrenze. Doch woran liegt es, dass sie (vermeintlich) nicht kooperieren und vor allen Dingen: Wie können wir unser familiären Alltag so gestalten, dass es unseren Kindern leichter fällt zu mit uns zu kooperieren?

Was ist überhaupt kindliche Kooperation?

Kinder sind grundsätzlich daran interessiert mit ihren Eltern zu kooperieren. Das liegt in erster Linie daran, dass sie von uns abhängig sind und natürlich zum Familienverbund dazu gehören möchten. Jedes menschliche Wesen ist von Geburt an sozial und möchte Teil einer Gemeinschaft sein. Viele Eltern empfinden das jedoch nicht so. Sie beklagen sich darüber, dass ihr Kind „nie hört“ oder „immer nur macht, was es will“ oder „ständig zickig und trotzig ist“. Der grundsätzliche Willen zur Kooperation bedeutet jedoch nicht gleichzeitig, dass unsere Kinder immer das tun, was wir wollen. Und diese Tatsache lässt viele Eltern im Alltag regelmäßig verzweifeln.

Kindliche Kooperation wird von den Wissenschaftlern der Abteilung für Vergleichende und Entwicklungspsychologie am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie2 folgendermaßen definiert:

Neben dem gegenseitigen Eingehen aufeinander sind die Beteiligten durch ein gemeinsames Ziel verbunden, und die Akteure stimmen ihre Rollen miteinander ab, wozu auch die Unterstützung des Anderen in seiner Rolle gehört.

Bereits Kleinkinder beginnen, gemeinsam Ziele zu setzen, gemeinsam Aufmerksamkeit herauszubilden und zugleich die damit verbundenen individuellen Rollen und Perspektiven abzuschätzen. Diese Art sozialer Teilhabe wird bis zu jenem Punkt ausgedehnt, an dem menschliche Individuen breit angelegte gesellschaftliche Institutionen schaffen und sich in diese einbringen. In diesen Institutionen verfolgt zum einen die Gruppe ein gemeinsames Ziel, zum anderen nimmt jedes Mitglied eine eigene Rolle ein. Die menschliche Neigung zu kooperieren – die auf der artspezifischen Fähigkeit und Motivation zur „geteilten Intentionalität“ beruht – spielt demnach eine entscheidende Rolle, sowohl in der Entwicklung menschlicher Kulturen als auch in der Ausprägung menschlicher kognitiver Fähigkeiten als deren Grundlage. (Tomasello/Hamann 2012)

Kinder wollen Dinge mit uns gemeinsam tun. Sie wollen ein Ziel haben und sie möchten im Kontakt sein zu ihren nahen Bezugspersonen. Kinder wollen mit ihren Eltern kooperieren. Im Folgenden erläutere ich,  warum manche Kinder dieses angeborene Verhalten nur noch selten oder gar nicht mehr zeigen.

Mangelnde Kommunikation

Eine wesentliche Grundlage für die menschliche Verständigung ist die Kommunikation – nonverbal und verbal. Schon das Neugeborene kommuniziert mit seinen Eltern. Es zeigt deutlich, wann es Hunger hat (erst durch Hungerzeichen wie Unruhe, Faust in den Mund stecken, später auch durch Schreien). Und ebenso, wann es genug Milch hat (durch Abwenden des Kopfes). Bereits im Alter von sechs Wochen beginnen Säuglinge mit einem Lächeln sozial zu interagieren (vgl. ebd.).

Als Eltern kommunizieren wir häufig schon während der Schwangerschaft mit unserem ungeborenen Kind. Wenn es dann auf der Welt ist nehmen wir intuitiv Kontakt zu unserem Baby auf. Wir sprechen und spiegeln („Jetzt hast du aber einen großen Hunger“), lächeln unser Baby an und reagieren auf seine Signale. Diese Art der Kommunikation ist für die gesunde kindliche Entwicklung wesentlich.

Wenn die Kommunikation misslingt…

Studien zeigen, dass Kinder von Müttern, die an postpartalen Depressionen leiden, weniger Blickkontakt zu ihren Müttern aufnehmen und weniger Engagement im Bereich der neutralen Affekte (Mimik, Vokalisierung und Körperhaltung) zeigen (vgl. Reck et al.: Interaktionsstudie zur postpartalen Depression).3

Wenn die Mutter Zugang zu ihren intuitiven Kompetenzen hat, dann hat dies vermutlich entscheidenden Einfluss auf die selbstregulatorischen Fähigkeiten des Säuglings (vgl. Reck et al. 2001: S. 172).[Reck et al 2001: Mutter-Kind-Interaktion und postpartale Depression – Theorie und Empirie im Überblick]

Das Zusammenspiel zwischen der elterlichen intuitiven Kompetenz, auf kindliche Signale responsiv und kontingent zu reagieren, findet seine Entsprechung in der ebenfalls biologisch angelegten Verhaltensbereitschaft des Säuglings, auf elterliches Interaktionsverhalten mit Rückkoppelungssignalen zu antworten, welche wiederum einen positiven und verstärkenden Einfluss auf die elterliche Selbstwirksamkeit ausüben. (vgl. ebd.)

Regelmäßige Missverständnisse in der Kommunikation zwischen Mutter / Vater und Kind, können sich auf die kindliche Kooperationsbereitschaft maßgeblich auswirken. Das liegt insbesondere daran, dass sich das Kind immer wieder in seinen Bedürfnissen nicht verstanden, gehört und gesehen fühlt. Natürlich braucht es für solche grundlegenden Missverständnisse keine postpartale Depression. Allerdings ist hierbei die elterliche Responsivität (Bereitschaft auf Kommunikationssignale einzugehen) häufig in besonders hohem Maße eingeschränkt.

Autonomie

In der Autonomiephase (zwischen 1,5 bis etwa 3 Jahren) fällt es vielen Eltern nicht leicht, das kindliche Verhalten nachzuvollziehen. Das Kind scheint plötzlich überhaupt nicht mehr kooperieren zu wollen. Das Kind will nun alles alleine machen (sich alleine anziehen, alleine das Brot schmieren, sich alleine waschen…). Es will Dinge, die wir für wichtig erachten, nicht machen (sich nicht anziehen, keine Zähne putzen, sich nicht die Hände waschen, nicht schlafen gehen…). Es bekommt einen Wutanfall, weil es den blauen und nicht den grünen Becher haben will oder weil morgen nicht Ostern ist (gerade gestern bei uns der Fall gewesen).

Autonomiephase, Vertrauen, Trost, Wertschätzung, Achtsamkeit

Gerade in der Autonomiephase brauchen Kinder unsere Empathie und Wertschätzung. Be- und Verurteilungen sind nicht hilfreich!4

Das ist anstrengend für uns als Eltern. Manche Kinder haben in einer halben Stunde vier, fünf oder sechs solcher „Ausbrüche“. In dieser Phase benötigen unsere Kinder jedoch vor allen Dingen eines – unsere Unterstützung und das Gefühl trotzdem geliebt zu werden. Be- und Verurteilungen („Bist du heute wieder zickig“, „Mensch, jetzt sei mal normal, kein Kind macht so einen Aufstand wie du“ oder „Das kannst du noch nicht, dafür bist du noch zu klein“) sind nicht hilfreich. Vielmehr wirken sie sich ebenfalls negativ auf die Kooperationsbereitschaft unseres Kindes aus.

Die Autonomiephase – Ein wesentlicher Schritt in der kindlichen Entwicklung

Die Autonomiephase ist für die kindliche Entwicklung wesentlich – in dieser Zeit entwickelt das Kind sein Ich. Es beginnt mehr und mehr zu begreifen, dass es ein eigenständiger Mensch ist und es löst sich zunehmend aus der Symbiose zur Mutter. Das tiefe Bedürfnis nach Selbstwirksamkeit wird in dieser Phase besonders präsent. Kinder in diesem Alter wollen sich selbst erfahren, ihre Begrenzungen spüren und ihre (wachsenden) Fähigkeiten erproben. Für uns Eltern erscheint es dann so, als wolle unser Kind nicht kooperieren, was jedoch nicht stimmt. Allerdings stehen in dieser Zeit wichtige Entwicklungsschritte an, die eben auch mal unbequem für uns Eltern sind.

Mangelndes Vertrauen in die kindlichen Fähigkeiten

Ebenso hinderlich für die kindliche Entwicklung ist ein mangelndes Vertrauen in die natürlichen Fähigkeiten des Kindes. So lange keine Lebensgefahr besteht, sollten wir unseren Kindern immer wieder zutrauen, selbst Lösungen zu finden und es Erfahrungen sammeln lassen (Lies dazu auch: Vertrauen ins Kind). 5 Häufig trauen wir ihm nicht zu, dass es sich die Jacke bereits alleine anziehen kann. Oder das Brot alleine schmieren. Oder selbständig die Treppe runter laufen. Wenn wir es diese Dinge jedoch nicht üben lassen, weil morgens immer die „Zeit drückt“, dann wird es das vermutlich tatsächlich lautstark einfordern. Wir meinen es gut, wenn wir unsere Hilfe anbieten, allerdings behindern wir unser Kind darin, es selbständig und in seinem Tempo zu tun.

Kinder müssen ihre eigenen Erfahrungen sammeln dürfen

Ähnliches gilt für andere Dinge, die wir vielleicht für zu gefährlich halten. Können wir unserem Kind zutrauen, schnell einen Berg hinab zu rennen? Und macht es Sinn „Vorsichtig, lauf langsam sonst fällst du“ hinterher zurufen? Oder passiert in einem solchen Falle vielleicht gerade ein Unfall? Ich mache häufig die Beobachtung, dass eben genau dann was passiert, wenn mein Mann unseren Sohn vor einem möglichen Unfall warnt. Vor allen Dingen nehmen wir unserem Kind dadurch aber auch die Möglichkeit, selbst Erfahrungen zu sammeln. Es gehört zum Leben dazu, zu stürzen und wieder aufzustehen. Für die Kinder sind dies wesentliche Erfahrungen – beim nächsten Mal werden sie den Berg vermutlich langsamer hinab gehen. Wir können nicht alles verhindern und wir können unsere Kinder nicht vor allem beschützen.

Im Hinblick auf die kindliche Kooperationsbereitschaft bedeutet das: Lasst eure Kinder ihre eigenen Erfahrungen machen und tröstet sie, wenn es einmal nicht so geklappt hat. Wenn dein Kind sich in diesem Maße angenommen und unterstützt fühlt kann es auch mit dir kooperieren.

Erwartungshaltung der Eltern / Gesellschaft

Auf der einen Seite mangelt es uns an Vertrauen in unsere Kinder und auf der anderen Seite sind unsere Erwartungen an sie immens hoch. Da muss ein zweijähriges Kind eine halbe Stunde still zu Tisch sitzen, artig „bitte“ und „danke“ sagen und es soll seine Emotionen bitte bereits wie ein Erwachsener im Griff haben. Wir wollen, dass unsere Kinder sich höflich benehmen und dass sie sich an Regeln halten, die wir aufgestellt haben. Wir wollen, dass sie sich an Vereinbarungen halten und wir erwarten, dass sie die Grenzen anderer respektieren.

Dabei vergessen wir jedoch vollkommen, wie häufig wir die Grenzen unserer Kinder nicht wahren. Wir glauben, nur weil wir die Erwachsenen sind, dass wir Dinge bestimmen können, die sie betreffen. Dass wir sie anschreien dürfen und dass wir sie unseren Erwartungen nach formen (erziehen) dürfen. Wenn wir Erwartungen an andere Menschen haben, dann kann es zwangsläufig passieren, dass diese enttäuscht werden. Diese Enttäuschung spürt unser Kind. Unabhängig davon, ob wir sie tatsächlich ausdrücken oder nicht. Beim Kind kommt dann an: „Ich bin falsch, so wie ich bin.“ Keine gute Basis dafür, dass Kinder gerne mit ihren Eltern kooperieren.

Das Kind als Spiegelbild unserer eigenen nicht gelebten Bedürfnisse

Die meisten Kinder sind sehr sensibel und haben feine Antennen für die Gefühlslagen der Mutter. Mütter, die nicht in der Lage sind, ihre eigene Wut authentisch nach außen zu bringen, haben häufig „wütende“ Kinder. Diese Kinder hauen, beißen und schubsen andere. Sie rasten immer wieder wegen Kleinigkeiten aus und lassen sich nur schwer beruhigen. Manche Eltern werden durch die kindliche Wut getriggert und leben ihre ansonsten verborgene Wut dann am Kind aus. Was wir nicht erkennen: Unser Kind spiegelt unsere eigenen, tief verdrängten Gefühle. Hier gilt es, sich die eigenen Themen anzuschauen und zu bearbeiten.

Zwischen-Fazit

Wir tun gut daran, unsere tiefen Überzeugungen in Bezug auf Kinder zu hinterfragen. Immer dann, wenn wir meinen zu wissen, was ein Kind tun müsste, können sollte oder wie es sich in einer Situation zu verhalten hat. Diese Überzeugungen behindern uns darin, in Beziehung zu treten zu unserem Kind. Es interessiert uns nicht, was das Bedürfnis hinter dem kindlichen Verhalten ist. Wir zeigen kein Interesse daran zu erfahren, was unser Kind bewegt. Welche Gedanken und Gefühle hat es? Warum verhält es sich auf diese Art und Weise? Was braucht es gerade von mir um kooperieren zu können? Wir haben unsere Überzeugung und auf diese Weise soll es nun bitte funktionieren. Viele Kinder machen uns jedoch einen Strich durch die Rechnung – in dem sie „nicht funktionieren“ und deutlich zeigen, dass etwas in der Beziehung schief läuft.

Es ist unsere Erwartungshaltung dem Kind gegenüber, die die Beziehung schwierig macht. Wir tragen die Verantwortung dafür, dass sich unser Kind geborgen fühlt. Der grundsätzliche Wille zur Kooperation bedeutet jedoch nicht, dass unsere Kinder automatisch immer „hören“. Von diesem Gedanken sollten wir uns verabschieden und ich möchte es nochmal deutlich hervorheben. Kinder sind eigenständig und sie haben einen Willen. Wir bemerken häufig nicht, wie oft unser Kind am Tag mit uns kooperiert und das tut, was wir wollen. Vielmehr schenken wir unsere Aufmerksamkeit den Dingen, die eben nicht funktionieren. Das ist unfair unseren Kindern gegenüber – und beschwert unsere Beziehung zu ihnen.

Wenn Kinder nicht kooperieren – Was können wir verändern?

In Konflikten mit unseren Kindern sollten wir uns immer wieder fragen: Was kann ich verändern, damit es uns allen gut geht? Unsere elterliche Verantwortung ist es, einen Rahmen zu schaffen, in dem sich unsere Kinder wohl fühlen können.

Bedürfnisse erkennen und befriedigen

Welches Bedürfnis liegt hinter dem kindlichen Verhalten? Und wie kann ich es befriedigen?

Beispiel: Ines hat zwei Söhne, Jonas (4,5) und Jacob (2). Seit Jacob mobiler geworden ist kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den Beiden. Meistens haut Jonas seinen kleineren Bruder, manchmal beißt er auch. Jonas bekommt für sein Verhalten meistens Ärger, wird weggeschickt und darf erst wieder kommen, wenn er sich bei seinem kleinen Bruder entschuldigt hat.

Es braucht Neugierde für die kindlichen Bedürfnisse

In diesem Beispiel fehlt die Neugierde für das Verhalten von Jonas. Das Bedürfnis von Ines ist klar: Sie will ihren jüngeren Sohn vor den Übergriffen schützen. Dabei sieht sie jedoch die Not von Jonas nicht, der ebenfalls Bedürfnisse hat. Allerdings kann er diese noch nicht verbalisieren. Ines ist nicht bewusst, dass die Konflikte meistens dann entstehen, wenn Jacob das Spiel von Jonas „stört“.

Neugierde, Flexibilität, Vertrauen

Unsere Kinder brauchen Eltern, die neugierig und interessiert an ihren Bedürfnissen sind.

Jonas‘ Bedürfnis nach Ruhe und Zeit für sich ist ihr nicht bewusst. Er bräuchte ihre Unterstützung dabei, dies gegenüber seinem Bruder zu kommunizieren. Sie könnte ihm helfen, in dem sie sagt: „Schau Jonas, ich will nicht das du deinen Bruder haust. Aber ich sehe, dass du hier für dich alleine spielen möchtest. Das kann ich gut verstehen. Du möchtest deine Ruhe haben, nicht wahr?“ In einem weiteren Schritt könnte sie ihm dann helfen das auszusprechen: „Stop, hier spiele ich gerade.“ Oder: „Ich möchte das alleine machen.“ Sie könnte auch mit ihrem Sohn absprechen, welche Sachen Jacob haben darf und welche nicht.

Wir sollten neugierig bleiben für die Bedürfnisse unserer Kinder. Sie brauchen unsere Begleitung, denn oft können sie sich noch nicht so gut ausdrücken. Sie spüren aber sehr deutlich, wenn etwas gegen ihr Bedürfnis läuft. Und das zeigen sie auf ihre Art und Weise. Das bedeutet: Wenn ich nicht will, dass mein Kind andere haut, dann schaue ich, welches Bedürfnis gerade nicht genährt ist und wie es befriedigt werden kann.

Signale wahrnehmen

Gerade beim Säugling ist es wichtig, dass wir die Signale des Kindes wahrnehmen und prompt beantworten. (Lies dazu auch meinen Artikel: Die sichere Bindung – Teil 1)6 Wenn du merkst, dass es dir schwer fällt, die Signale deines Kindes zu interpretieren suche dir unbedingt Unterstützung. Insbesondere auch dann, wenn du dich überfordert fühlst mit deinem Säugling, du viel weinst oder das Gefühl hast, das Kind nicht zu wollen.

Achtsame Kommunikation

Mit der achtsamen Kommunikation können wir sicherstellen, dass unser Kind sich verstanden und angenommen fühlt. Es sprengt an dieser Stelle den Rahmen, darauf ausführlich einzugehen. Daher nur einige Beispiele für achtsame Kommunikation.

  • Statt: „Mensch, bist du heute zickig.“ Besser: „Du hast es heute aber ganz schön schwer, nicht wahr?“
  • Statt: „Hör sofort auf zu schreien, sonst musst du in dein Zimmer gehen…“ Besser: Welches Bedürfnis steckt hinter dem Verhalten? Und dann vielleicht: „Möchtest du, dass ich dir zuhöre? Willst du mir etwas erzählen?
  • Statt: „Du musst dein Zimmer aufräumen bevor du etwas anderes machen kannst.“ Besser: „Komm wir machen das schnell gemeinsam“
  • Statt: „Das hast du aber prima gemacht!“ Besser: „Das hast du ganz alleine geschafft. Ich freue mich mit dir.“ (Dazu auch lesen: Warum loben und Belohnungen unseren Kindern schaden)7
  • Statt: „Dafür bist du noch zu klein, das kannst du noch nicht.“ Besser: „Du möchtest das gerne alleine ausprobieren, nicht wahr? Komm, ich zeige dir,wie du es machen kannst.“

Letztendlich geht es immer wieder darum, sich empathisch in die Bedürfnisse des Kindes einzufühlen. Unsere Kinder zeigen uns sehr klar, warum sie nicht kooperieren können. Es liegt an uns, diese Signale zu entschlüsseln und dann darauf liebevoll einzugehen. Unser Kind wird sich auf diese Art und Weise angenommen und gewertschätzt fühlen.

Weitere wesentliche Punkte

  • Gemeinsam lachen
  • Flexibel in Situationen reagieren. Stichwort: Thinking out of the Box!
  • Erkennen, dass das Kind müde, hungrig, durstig ist oder sonstige wichtige Bedürfnisse hat (kein Kind ist dann noch fähig zu kooperieren!)
  • Die eigene Kommunikationsform schulen
  • Eigene Themen bearbeiten (entweder therapeutisch oder in einem Coaching!)
  • Die Zeit mit dem Kind genießen – sie ist so kostbar!
  • Sich Unterstützung holen – Großeltern, Nachbarn, andere Mütter, Tante, Onkel (wer auch immer!!)

Abschließend bleibt zu sagen: Unsere Kinder kooperieren nicht nicht mit uns, weil sie es nicht wollen, sondern weil sie nicht können. Entweder, weil sie sich einfach schon zu oft nicht gesehen und gehört gefühlt haben oder weil ein anderes wichtiges Bedürfnis dringend erfüllt werden will (Hunger, Durst, Müdigkeit…). Und natürlich ist es unsere elterliche Verantwortung dafür Sorge zu tragen, dass diese Bedürfnisse gestillt werden.

Ich hoffe, der Artikel war hilfreich für euch. Gebt mir gerne ein Like und teilt fleißig. Darüber freue ich mich sehr!

In diesem Sinne eine wunderbare Zeit mit euren Kindern,

Eure Kira

P.S.: Hast du das Gefühl, dein Kind kann oder will nicht mit dir kooperieren? Dann kontaktiere mich und wir vereinbaren ein kostenloses Erstgespräch!8.

Oder fühlst du dich häufiger überfordert und gestresst im Umgang mit deinem Kind? Dann lade dir den kostenlosen Ratgeber „Fünf einfache Schritte für weniger Stress und Überforderung mit deinem Kind9 runter.

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Empfohlene Literatur

Quellen

Kira.Schlesinger

Über den Autor

Kira Schlesinger ist Sozialpädagogin und Mutter. Sie interessiert sich insbesondere für bedürfnisorientierte Erziehung und hat sich intensiv in diesem Bereich weitergebildet. Eines ihrer Kernanliegen ist es (werdende) Eltern im sicheren Umgang mit ihren Kindern zu unterstützen. Ausbildungen zur Trage- und Stillberaterin, zahlreiche Fortbildungen im Coaching Bereich und ihr Erfahrungsschatz bilden die Grundlage für realitätsnahe und alltags orientierte Beratung...mehr

Kira.Schlesinger

Über uns Kira.Schlesinger

Kira Schlesinger ist Sozialpädagogin und Mutter. Sie interessiert sich insbesondere für bedürfnisorientierte Erziehung und hat sich intensiv in diesem Bereich weitergebildet. Eines ihrer Kernanliegen ist es (werdende) Eltern im sicheren Umgang mit ihren Kindern zu unterstützen. Ausbildungen zur Trage- und Stillberaterin, zahlreiche Fortbildungen im Coaching Bereich und ihr Erfahrungsschatz bilden die Grundlage für realitätsnahe und alltags orientierte Beratung...mehr

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