Bedingungslose Liebe zu unseren Kindern

In meinem Februar-Artikel geht es um die bedingungslose Liebe zu unseren Kindern. Was bedeutet Bedingungslosigkeit eigentlich? Und wie können wir bedingungslose Liebe in der Beziehung zu unseren Kindern leben?

Bedingungslose Liebe, Wertschätzung, Achtsamkeit

Bedingungslose Liebe bedeutet Vorstellungen über und Erwartungen an das Kind loszulassen 1

Bedingungslose Liebe – Ist das möglich?

Der Begriff der Liebe ist schwer zu definieren, denn jeder von uns empfindet Liebe anders. Für mich persönlich ist Liebe Wärme, emotionaler Nähe, das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit. Ich empfinde Liebe unterschiedlich zu meinen Tieren, meinem Mann und meinem Kind – und dennoch ist es immer tiefe Liebe, die mich mit diesen Lebewesen verbindet. Diese Form der Liebe, von der ich hier spreche, hat übrigens nichts mit dem Verliebtsein zu Beginn einer Beziehung zu tun. Dieser Zustand ist meistens nur von kürzerer Dauer. Entweder entwickeln sich die Gefühle danach weiter und es entsteht Liebe. Oder die Gefühle ebben wieder ab.

Doch was meint Bedingunslosigkeit? Im Duden heißt es: „An keine Bedingung geknüpft“ und „uneingeschränkt, absolut, unbedingt“. Aber ist Liebe nicht immer auch an Bedingungen geknüpft? Lassen wir uns nicht gerade deshalb auf einen Partner ein, weil er uns Dinge geben kann, die wir uns selbst nicht geben können? Erwarten wir nicht automatisch, dass ein anderer Mensch unserer Bedürfnisse befriedigt? Und was bedeutet bedingungslose Liebe in Bezug auf unsere Kinder?

Zu viele Erwartungen an unsere Kinder erschweren die bedingungslose Liebe

Wenn unser Baby zur Welt kommt werden wir (im Normalfall) mit Liebe durchflutet. Es ist dieses warme, innige Gefühl der tiefen Liebe, welches uns mit unseren Kindern verbindet – und zwar über Raum und Zeit hinaus. Wir sind glücklich, dass dieser kleine Mensch endlich da ist. Schließlich haben wir lange darauf gewartet. Viele Eltern sind davon überzeugt, dass sie ihr Kind bedingungslos lieben.

Allerdings wird dieses tiefe Gefühl der innigen Liebe häufig von unserem eigenen, inneren Druck verschüttet. Denn wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, dann stellen wir fest, dass wir doch ziemlich viele Erwartungen an unserer Kinder haben. Im ersten Lebensjahr beziehen sich diese Erwartungen vielleicht darauf, dass es endlich durchschlafen soll oder dass es sich auch mal von uns trennen können muss. Später haben wir Erwartungen an das soziale Verhalten unserer Kinder oder an die schulischen Leistungen. Manchmal soll ein Kind auch emotionale Bedürfnisse befriedigen. Bedingungslose Liebe – eher nicht!

Warum Erwartungen die Beziehung negativ beeinflussen

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Wertschätzung und Achtsamkeit sind zwei Grundpfeiler bedingungsloser Liebe 2

Zu hohe Erwartungen an unsere Kinder können die Beziehung nachhaltig beeinflussen. Das Kind bekommt immer wieder das Gefühl, dass es so nicht richtig ist. Es muss sich immer wieder an die Erwartungen der Eltern anpassen und emotionale Druck der Kinder wird immer größer. Kinder wollen ihren Eltern natürlich gefallen. Sie tun alles dafür, um im familiären System anerkannt zu werden. Sie brauchen die Wertschätzung der Eltern – und dafür tun sie fast alles. Viele Kinder trauen sich nicht, sich gegen den Erwartungsdruck zu wehren, da sie in Beziehung zu ihren Eltern bleiben wollen. Überanpassung und emotionaler Stress sind die Folgen.

Spätestens in der Pubertät beginnen viele Kinder dann sich gegen diesen Druck zu wehren. Die Eltern verstehen dann meistens überhaupt nicht, woher das „aufmüpfige“ Verhalten plötzlich kommt. Schließlich haben sie immer alles für das Kind gegeben. Allerdings ist es den Eltern oftmals nicht gelungen, ihr Kind so zu nehmen, wie es eben ist. Viele von uns möchten die Menschen ums uns rum gerne anders haben. Das hat mit Bedingungslosigkeit natürlich nichts zu tun.

Bedingungslose Liebe zu unseren Kindern leben

Jeder Mensch ist einzigartig in all seinen Facetten. Unsere Kinder bringen von Natur jede Menge Potentiale, Fähigkeiten und Fertigkeiten mit. Manchmal unterscheiden diese sich jedoch grundlegend von unseren Erwartungen und Vorstellungen über unsere Kinder. In dem Moment, wenn wir den positiven Schwangerschaftstest in der Hand halten, haben wir eine Idee davon, wer da zu uns kommen wird. Wir haben Vorstellungen bezüglich des Charakters, der Fähigkeiten und des Temperamentes. Wenn wir uns von diesen Erwartungen jedoch zu sehr einnehmen lassen, dann können wir nur enttäuscht werden. Denn es besteht immer die Möglichkeit, dass unser Kind vollkommen anders ist, als wir es uns vorher ausgemalt haben.

Ich lade alle Eltern dazu ein, ihren Blick für das Kind zu weiten. Genau hinzuschauen, WER dieser kleine Mensch eigentlich ist. Was interessiert ihn? Wofür kann er sich begeistern? Was mag das Kind nicht so sehr und wie können wir es bestmöglich dabei begleiten herauszufinden, wer es eigentlich ist?

Wenn wir achtsam und wertschätzend mit unseren Kindern umgehen, dann werden sie sich trauen, ein breites Spektrum ihrer Gefühlswelt zu zeigen. Sie fühlen sich geliebt – bedingungslos! Denn sie dürfen sein, wer sie sind. Und für eine gesunde, psychische Entwicklung ist das sicherlich ein gutes Fundament. Versucht, eure Erwartungen loszulassen und nehmt stattdessen euer Kind wahr und ernst. Wenn wir aufhören, an unseren Kindern zu ziehen und sie in eine bestimmte Richtung zu drängen, dann können sie sich frei entfalten. Und letztendlich ist es das, was wir uns alle für unsere Kinder wünschen! Es gibt immer wieder Momente, in denen wir etwas vielleicht nicht gut finden, was unser Kind tut. Wir sollten es aber immer spüren lassen, dass wir es dennoch immer lieben!

In diesem Sinne

eure Kira

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Empfohlene Literatur

Quellen

Kira.Schlesinger

Über den Autor

Kira Schlesinger ist Sozialpädagogin und Mutter. Sie interessiert sich insbesondere für bedürfnisorientierte Erziehung und hat sich intensiv in diesem Bereich weitergebildet. Eines ihrer Kernanliegen ist es (werdende) Eltern im sicheren Umgang mit ihren Kindern zu unterstützen. Ausbildungen zur Trage- und Stillberaterin, zahlreiche Fortbildungen im Coaching Bereich und ihr Erfahrungsschatz bilden die Grundlage für realitätsnahe und alltags orientierte Beratung...mehr

Kira.Schlesinger

Über uns Kira.Schlesinger

Kira Schlesinger ist Sozialpädagogin und Mutter. Sie interessiert sich insbesondere für bedürfnisorientierte Erziehung und hat sich intensiv in diesem Bereich weitergebildet. Eines ihrer Kernanliegen ist es (werdende) Eltern im sicheren Umgang mit ihren Kindern zu unterstützen. Ausbildungen zur Trage- und Stillberaterin, zahlreiche Fortbildungen im Coaching Bereich und ihr Erfahrungsschatz bilden die Grundlage für realitätsnahe und alltags orientierte Beratung...mehr

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