Alltag mit Kind gelassener gestalten

Wir leben in einer hektischen Zeit, in der es häufig nicht leicht ist den Alltag mit Kind gelassen zu gestalten. Wir hetzen von einem Termin zum nächsten. Müssen die Kinder pünktlich im Kindergarten oder in der Schule abgeben, dann rechtzeitig auf der Arbeit erscheinen. Mittags schnell einkaufen, dann die Kinder wieder einsammeln, sie zu den Hobbys fahren, wieder abholen. Abends das Essen (natürlich frisch gekocht) auf den Tisch bringen. Kinder fertig fürs Bett machen, wenn sie endlich schlafen schnell noch den Haushalt erledigen und dann ziemlich erledigt selbst ins Bett fallen. Am nächsten Tag geht das Spiel dann wieder von vorne los.

Stress, Termindruck, Zeitdruck, Überforderung

Stress und Hektik sind häufig bestimmend im Alltag mit Kind1

Das Wochenende bringt vielleicht eine kurze Entspannung in den gestressten Alltag, aber eigentlich sehnen wir nur den zwei-wöchigen Sommerurlaub herbei, der dann in rasantem Tempo vorüber fliegt. Bereits am zweiten Tag zurück im Alltag fühlen wir uns dann wieder ebenso erschöpft, wie vor dem Urlaub.

Meistens sind wir dazu noch schnell genervt, ungeduldig mit unseren Kindern und schimpfen viel mehr, als wir es eigentlich möchten. Einen Ausweg aus unserem Dilemma sehen wir meistens leider nicht. Wir spüren, dass es nicht rund läuft, oft werden wir irgendwann krank, weil uns der Körper zur Ruhe zwingt. Allerdings wird die Situation dann nicht selten noch stressiger – denn mit (Klein-) Kindern krank zu sein ist keine Wonne. Wir fühlen uns gestresst, genervt, ausgelaugt. Und das schlimmste: Wir wissen, ein Ende ist kurzfristig nicht in Sicht!

Doch! Ein Ende ist durchaus in Sicht. Jedoch liegt der Schlüssel dazu, ausschließlich in uns selbst. Nur du kannst damit aufhören, dir den Stress zu machen. Den Alltag mit Kind zu genießen und dich selbst zu entschleunigen.

Fünf praktische Wege, den Alltag mit Kind gelassener zu gestalten

  1. Abends alles für den kommenden Tag vorbereiten. Das bedeutet, die Butterbrote für den kommenden Tag bereits abends zu schmieren. Wenn das morgendliche Anziehen ein Kampf ist, dem Kind vor dem Schlafen gehen die Kleidung für den nächsten Tag anziehen. Ansonsten: Kleidung abends gemeinsam aussuchen und hinlegen. Zur Not auf das gemeinsame Frühstück verzichten, Kinder im Auto (oder im Kindergarten) frühstücken lassen. Dafür lieber etwas länger schlafen.
  2. Jeden Tag nur einen Termin. Wir haben die Verantwortung dafür, wie voll wir uns unsere Tage machen. Das bedeutet, dass wir uns optimaler Weise nicht zu viel für einen Tag vornehmen. Wir können beispielsweise einen festen Tag für das Einkaufen einplanen. An diesem Tag machen wir dann nichts anderes mehr, was für uns anstrengend ist. Stattdessen sorgen wir für uns und unternehmen nach einem bis Mittags anstrengenden Tag etwas schönes mit unseren Kindern. An einem anderen Tag können wir dann andere wichtige Termine vereinbaren, zum Beispiel einen Arzttermin. Wichtig ist, dass wir einen Ausgleich schaffen, zwischen unangenehmen und angenehmen Tätigkeiten.
  3. Auch für die Kinder gilt: Weniger ist mehr. Kinder, die jeden Tag fünf bis sieben Stunden pro Tag in den Kindergarten gehen, haben einen ebenso anstrengenden Alltag wie wir
    Zeit mit Kindern

    Alltag mit Kind-Gemeinsam Zeit miteinander zu verbringen ist oft sehr viel mehr Wert als fünf verschiedene Hobbys2

    Erwachsenen. Viele Kinder, laute Umgebung – auch wenn sie gerne gehen, es ist eine Form des Stresses. Viele Kinder zeigen dies deutlich und haben nachmittags nur noch wenig Lust auf Aktivitäten. Dann lieber kuscheln auf der Couch, zusammen ein Buch lesen oder andere ruhige Tätigkeiten. Vielleicht auch ein kurzer gemeinsamer Powerschlaf. Wichtig ist hier, dass wir in Kommunikation mit unseren Kindern gehen. Was möchte das Kind? Wie stellt es sich die Nachmittagsgestaltung vor? Was braucht es?
  4. Hobbys achtsam auswählen. Im Hinblick auf den vorigen Punkt gilt: Es reicht, wenn die Kinder ein oder zwei Hobbys/Termine die Woche haben. Jeden Tag einen anderen Termin zu haben, überfordert (kleine) Kinder. Nachmittags einfach mal nichts zu tun, vielleicht im Garten zu spielen oder die gemeinsame Zeit mit Mama zu genießen, ist für viele Kinder absolut genug. Zu viel Input von außen führt schnell zu einer Überforderung des Kindes, einer Form chronischer Müdigkeit, die sich nicht selten in einem Wutanfall entlädt. Wenn dann unsere eigene Überforderung auf die des Kindes stößt, befinden wir uns schnell in einem ausgewachsenen Machtkampf (lies auch: Wutanfälle bei Kindern – Fünf Schritte für einen neuen Umgang3
  5. Achtsamkeit mit uns selbst. Immer wieder in uns selbst zu spüren und hinterfragen, wie es uns geht. Wenn wir spüren, dass der Alltag mit Kind uns alles abverlangt, wird es Zeit etwas zu verändern. Wir tragen die Verantwortung dafür, dass es uns selbst gut geht, denn nur wenn es uns Eltern gut geht, geht es auch unseren Kindern gut!(Lies auch: Drei Tipps die eigenen Bedürfnisse zu erspüren)4

Festgefahrene Glaubenssätze hinterfragen

Grundsätzlich ist das wohl Wichtigste, dass wir unsere alten, tief sitzenden Glaubenssätze hinterfragen und gegebenenfalls als nicht mehr stimmig identifizieren. Sätze wie „Der Haushalt muss gemacht werden, was soll sonst die Nachbarin denken“  oder „Beeil dich, wir haben einen Termin. Wir müssen pünktlich sein“ erzeugen vor allen Dingen eines: Druck! Dieser ist für den Alltag mit Kind natürlich wenig hilfreich und führt nicht dazu, dass der Familienalltag entspannt ist.

Wichtig ist zu erkennen, dass wir uns diesen Druck vollkommen selbst machen. Auch wenn diese Sätze aus unserer Kindheit stammen und wir sie „als wahr“ übernommen haben, können wir sie heute hinterfragen und als nicht mehr stimmig über Bord schmeißen. Das ist zu Beginn nicht einfach, aber letztendlich können wir nur auf diese Art und Weise wirklich entschleunigen. Heute steht keiner mehr hinter uns, der uns sagt, dass wir uns beeilen oder dass wir unser Zimmer aufräumen sollen. Wir können diese Dinge tun, in unserem persönlichen Tempo und zur passenden Zeit. Wenn es uns dadurch leichter fällt, können wir Pläne erstellen. Oder wir tun es, weil wir einfach gerade Lust dazu haben. Geistige Flexibilität ist wohl das Entscheidende, wenn es darum geht, unseren Alltag entspannt zu meistern. Den Druck völlig loszulassen, mit dem Leben zu fließen und im Hier und Jetzt zu sein – das ist die Kunst und daran können wir wachsen.(Lies auch: Was müssen Kinder müssen?)5

Veränderung beginnt immer bei uns

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Den Alltag mit Kind zu leben bedeutet auch, einfach mal zu entschleunigen und die Welt mit Kinderaugen neu zu entdecken

Wenn wir unsere Kinder permanent zur Schnelligkeit antreiben, vergessen wir das Geschenk, welches sie uns machen: Die Welt mit ihren Augen zu sehen. Unsere Kinder sind, in Bezug auf das gesamte Leben, nur sehr kurz so klein. Wir haben jetzt die Möglichkeit, die Welt mit ihnen gemeinsam zu erkunden und zu entdecken. Uns Zeit zu nehmen für ihre Bedürfnisse und Interessen. Wenn sie erst einmal gelernt haben, dass uns ohnehin nicht interessiert, was sie bewegt, dann werden sie uns auch nicht mehr dran teilhaben lassen wollen. Es gilt, unsere eigene Haltung zu den Dingen zu überdenken. Was ist wirklich wichtig im Leben? Die Kindheit unserer Kinder? Der Familienalltag? Oder die aufgeräumte Wohnung, der Job, die Termine und Hobbys? Wir entscheiden selbst, was für uns Priorität hat – und dementsprechend sollten wir versuchen unser Leben zu gestalten. Das ist nicht immer einfach und bedeutet, alte Glaubenssätze, Meinungen und Werte vielleicht loszulassen.

Veränderung beginnt immer bei uns selbst. Und das gilt für jede Beziehung, nicht nur für die zu unseren Kindern. Wenn uns etwas stört, dann sollten wir es ändern. Wenn wir keinen Weg sehen, dann sollten wir uns Unterstützung von außen holen. Im Leid zu verharren macht krank – und nimmt uns die kostbare Zeit mit unseren Kindern. Wenn wir uns überfordert fühlen, dann schauen wir, wie wir Veränderungen herbei führen können. Wir haben es in der Hand – wir müssen den Weg jedoch selbst gehen!

Eure Kira

P.S.: Ich hoffe, dass dieser Artikel für dich eine Inspiration war. Falls du dich auch im Alltag mit Kind oft in dieser Schleife aus Alltagsstress und Überforderung fühlst und keinen Ausweg siehst lade dir den kostenlosen HappyBabys-Ratgeber „Fünf einfache Schritte für weniger Stress und Überforderung mit deinem Kind6  runter.

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Empfohlene Literatur

Quellen

Kira.Schlesinger

Über den Autor

Kira Schlesinger ist Sozialpädagogin und Mutter. Sie interessiert sich insbesondere für bedürfnisorientierte Erziehung und hat sich intensiv in diesem Bereich weitergebildet. Eines ihrer Kernanliegen ist es (werdende) Eltern im sicheren Umgang mit ihren Kindern zu unterstützen. Ausbildungen zur Trage- und Stillberaterin, zahlreiche Fortbildungen im Coaching Bereich und ihr Erfahrungsschatz bilden die Grundlage für realitätsnahe und alltags orientierte Beratung...mehr

Kira.Schlesinger

Über uns Kira.Schlesinger

Kira Schlesinger ist Sozialpädagogin und Mutter. Sie interessiert sich insbesondere für bedürfnisorientierte Erziehung und hat sich intensiv in diesem Bereich weitergebildet. Eines ihrer Kernanliegen ist es (werdende) Eltern im sicheren Umgang mit ihren Kindern zu unterstützen. Ausbildungen zur Trage- und Stillberaterin, zahlreiche Fortbildungen im Coaching Bereich und ihr Erfahrungsschatz bilden die Grundlage für realitätsnahe und alltags orientierte Beratung...mehr

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