5. Kölner GeburtsTag – Der Samstag

Schwangerschaft,  Geburt, Bindung

Beim 5. Kölner Geburtstag ging es um Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit danach

Hallo ihr Lieben, ich möchte euch heute vom 5. Kölner GeburtsTag 1 berichten, der letztes Wochenende in Köln stattgefunden hat. Wie der Name es bereits sagt – es ging vor allen Dingen um Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit danach. Es gab spannende Vorträge, einige Filme und eine kleine Ausstellermesse.

Die Eröffnungsrede

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Petra Engel, der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Köln. Sie sprach in erster Linie über die aktuellen miserablen Arbeitsbedingungen für die Hebammen und über die rapide Zunahme der Risikoschwangerschaften. Die Geburtskultur in Deutschland wird immer schwächer, dabei stellen gerade die Lebensanfänge die Weichen für das gesamte Leben.

Vortrag – Entscheidungshilfe zum Geburtsort

Im Anschluss an die Eröffnungsrede gab es den ersten Vortrag zum Thema „Entscheidungshilfe zum Geburtsort“ von Renate Egelkraut. Sie ist selbst seit 30 Jahren Hebamme und ehemalige Landesvorsitzende des deutschen Hebammenverbandes NRW. Der Vortrag war sehr spannend und kurzweilig. Sie beschreibt kurz, dass die Wahl des Geburtsortes bis 1950 in Deutschland kein Thema war. Nur wohlhabende oder kranke Frauen gingen in ein Spital, um ihr Kind zu entbinden.

Die Frage: „Wo gehe ich zur Geburt hin?“ kam erst mit der feministischen Arbeit auf – die Frauen wollten selbstbestimmter gebären. Heute werden 99% der Babys im Krankenhaus entbunden, lediglich 1% im häuslichen Rahmen. Seit 1968 brauchen Frauen keinen Grund mehr, um in einer Klinik zu entbinden. Frauen gingen fluchtartig in die Krankenhäuser, da es auch damals schon einen massiven Hebammenmangel gab.

Jede Frau, die gesund ist und ein gesundes Baby im Bauch hat, kann zu Hause entbinden.

Die Fakten sprechen demnach für eine außerklinische Geburt – denn nur 0,3% werden akut in ein Krankenhaus verlegt. Allerdings müssen immer mehr Hebammen die Hausgeburtshilfe einstellen. Das liegt zum einen daran, dass immer mehr nahe liegende Kreißsäle schließen müssen 2 und zum anderen an den immer weiter steigenden Versicherungsbeiträgen für Hebammen.

Eine gute Alternative zur Hausgeburt sind die sogenannten Hebammenkreißsäle.3 In Deutschland gibt es davon insgesamt 14, fünf in NRW. Hier werden die Geburten ausschließlich durch Hebammen begleitet – sicherlich für die ein oder andere Frau eine wunderbare Alternative zur klinischen Geburt.

Film – Orgasmic Birth

Geburt, Hausgeburt

Ein wunderbarer und berührender Film über die selbstbestimmte Geburt

Im Anschluss daran wurde der Film „Orgasmic Birth4 von Debra Pascali-Bonaro gezeigt. Ich fand den Film sehr berührend und wunderschön. Der Produzentin ist es gelungen zu zeigen, wie kraftvoll und beglückend Geburten sein können. Aufgrund der massiven Zunahme an klinischen Geburten und Interventionen unter der Geburt bleibt vielen Frauen diese Erfahrung jedoch verwehrt. Geburten sind nicht zwangsläufig schrecklich und schmerzhaft.

Der Film zeigt in einer anrührenden Art und Weise die Nähe zur Sexualität und bestärkt Frauen darin, selbstbestimmt und ohne Angst zu gebären. Auf jeden Fall eine Empfehlung von mir!

Film – Mein kleines Kind

Der Vortrag zur Beikosteinführung fiel leider aus. Stattdessen wurde ein kurzer Vortrag zur Geburtsfotografie von Kerstin Pukall5 gehalten.

Im Anschluss daran gab es dann einen weiteren Film zu sehen – „Mein kleines Kind“ von Katja Baumgarten. Der Film war ebenfalls sehr berührend und  auch traurig. Die Produzentin des Filmes ist gleichzeitig auch die Protagonistin. Sie verarbeitet in diesem Film die Diagnose „Trisomie 18“, die sie in der 22. Schwangerschaftswoche erhielt.

Der autobiographische Dokumentarfilm handelt vom Dasein, von Geburt und Abschied meines Sohnes Martin Tim, von persönlichen Fragen und Entwicklungen nach der Konfrontation mit der bestürzenden Diagnose – vor allem von der plötzlichen Forderung an mich, über die Dauer des Lebens und die Bedingungen des Todes eines meiner vier Kinder entscheiden zu müssen. (Katja Baumgarten)

Ich empfand es als sehr berührend, an dem Prozess teilhaben zu können, in dem sie sich gegen eine Spätabtreibung und für das Baby entscheidet. Wohl wissend, dass es vermutlich nur wenige Stunden leben wird. Sie entbindet ihren Sohn Martin im Beisein ihrer drei weiteren Kinder zu Hause. Martin lebt wenige Stunden und verstirbt dann bei seiner Mama auf dem Oberkörper liegend.

Der Film ist sicherlich nicht für jeden etwas – gerade während einer Schwangerschaft oder bei eigenen traumatischen Erlebnissen dieser Art sollte eine Mutter sich vorher gut überlegen, ob der Film alte (traumatische) Wunden wieder aufreißen könnte. Dennoch fand ich persönlich den Film sehr sehenswert, da er sich einem Tabu-Thema stellt und einen völlig neuen, möglichen Umgang mit solchen Schicksalsschlägen aufzeigt.

Der Kölner GeburtsTag – Samstag Resümee

Alles in allem fand ich den Samstag sehr gelungen und habe mich gefreut, dabei sein zu können. Der Kölner GeburtsTag fand übrigens im Tante Astrid in Köln6 statt. Eine wunderbare Location, in der es viele verschiedene Angebote rund um die erste Zeit mit Baby gibt. Einfach mal vorbei schauen.

Über den Sonntag schreibe ich nochmal einen gesonderten Artikel. Ich hoffe, es hat euch bis hier hin gefallen und vielleicht habt ihr ja Lust, euch einen der Filme (oder auch beide) anzuschauen!

Ich habe mich übrigens auch sehr gefreut, dass ich Kathrin von ÖkoHippieRabenmütter7 endlich kennenlernen durfte. Wir haben einen schönen Tag miteinander gehabt und vielleicht ergeben sich daraus sogar weitere gemeinsame Projekte.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Tag und sende euch alles Liebe,

eure Kira!

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Quellen

Kira.Schlesinger

Über den Autor

Kira Schlesinger ist Sozialpädagogin und Mutter. Sie interessiert sich insbesondere für bedürfnisorientierte Erziehung und hat sich intensiv in diesem Bereich weitergebildet. Eines ihrer Kernanliegen ist es (werdende) Eltern im sicheren Umgang mit ihren Kindern zu unterstützen. Ausbildungen zur Trage- und Stillberaterin, zahlreiche Fortbildungen im Coaching Bereich und ihr Erfahrungsschatz bilden die Grundlage für realitätsnahe und alltags orientierte Beratung...mehr

Kira.Schlesinger

Über uns Kira.Schlesinger

Kira Schlesinger ist Sozialpädagogin und Mutter. Sie interessiert sich insbesondere für bedürfnisorientierte Erziehung und hat sich intensiv in diesem Bereich weitergebildet. Eines ihrer Kernanliegen ist es (werdende) Eltern im sicheren Umgang mit ihren Kindern zu unterstützen. Ausbildungen zur Trage- und Stillberaterin, zahlreiche Fortbildungen im Coaching Bereich und ihr Erfahrungsschatz bilden die Grundlage für realitätsnahe und alltags orientierte Beratung...mehr

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